
Angeregt durch verschiedene Berichte über Astrofotografie in Namibia, die herrlichen Aufnahmen südlicher Himmelsobjekte von David Malin und den Wunsch den südlichen Sternenhimmel selbst zu beobachten, entschlossen wir uns im August 1998 nach Namibia zu fliegen.
Begonnen hat alles schon Ende 1995 nach einem Diavortrag über Namibia, den wir uns in Stuttgart angeschaut hatten. Beim anschließenden Bierchen träumten wir wieder von der Astronomie in Namibia. Hierbei fassten wir den Entschluß, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und die Planungen für die Reise begannen.
Nach dem vorangegangenen Diavortrag, der uns wegen der gezeigten Landschaft und der Tierwelt sehr beeindruckte, sollte die Reise aus zwei Teilen bestehen. Die Astronomie auf einer Farm und eine Rundreise durch das Land.
Im Frühjahr 1996 begannen wir die Reise nach Namibia zu planen. Der Zeitpunkt sollte nach Gerd's vierzigsten Geburtstag liegen. Zwei Wochen Astronomie und zwei Wochen Land und Leute.
Die Kontakte waren schnell geknüpft und wir konnten auf der Farm Tivoli vom 13.8.98 bis 31.8.98 buchen. Über das Internet haben wir direkt in Windhoek einen Camping-Bus für den zweiten Teil unserer Reise gebucht.
Wir reservierten für die Neumondphase im August auf der Farm Tivoli, die für uns den Inbegriff von Astrofotografie in Namibia darstellt.Wie sich herausstellen sollte, hätten wir keine bessere Wahl treffen können.Das Fahrzeug für unsere Landreise konnten wir direkt über das Internet in Namibia buchen. Alles klappte vorzüglich bis drei Tage vor Abflug, als die Alukiste zur Spedition zum Flughafen Frankfurt gebracht wurde. Dort unterlief der Spedition ein kleiner Fehler, der uns später teuer zu stehen kommen sollte.
Wir starteten am 13. August 1998 von Frankfurt mit Air Namibia nach
Windhoek. Im Flugzeug trafen wir Herrn und Frau Stahn aus Messel, die ebenfalls
auf Tivoli gebucht hatten. Während unseres Nachtfluges konnten
wir vor Sonnenaufgang bereits den Orion auf dem Kopf stehend sehen.
Bis auf den Flug über den Äquator, dort gab es hohe Wolken
und einige mächtige Turbulenzen, war es ein gemütlicher Flug
und wir landeten am Morgen des 14. August auf dem Flughafen Windhoek-International.
Während des Landeanfluges wunderten wir uns noch wo denn der Flughafen ist, den
ausser Steppe war nichts zu sehen. Doch plötzlich setzte die Maschine auf
und wir hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Wir waren in Afrika ??? !!!
Reinhold Schreiber hat uns am Flughafen abgeholt. Obwohl wir uns vorher
noch nie gesehen hatten, geschweige uns kannten, mußte Reinhold Schreiber
beim Zoll für uns schon kräftig in die Tasche greifen. Infolge
eines fehlenden Dokuments, das die Spedition bei der Ausfuhr unserer Alu-Kiste
beim deutschen Zoll sich hätte ausstellen lassen müssen, verlangte
der namibische Zoll für unsere Ausrüstungen eine Kaution in Höhe
von mehreren tausend namibischen Dollar, die wir natürlich nicht bezahlen
konnten. Nach einem klärenden Gespräch mit dem Oberzöllner
vor Ort wurde die Kaution halbiert und alle waren zufrieden. Nur Reinhold
Schreiber war sich nicht sicher, ob er seinen Scheck jemals wieder sehen
würde.
Die Fahrt ging zwei Stunden über Land, bis wir auf Tivoli ankamen.
Ein unglaublich tiefblauer Himmel zeigte sich über uns. Die reine
und sehr trockene Luft roch, trotz aller Anstrengungen etwas zu riechen,
nach nichts. Für einen Stadtmenschen unvorstellbar.